Mit dem traditionellen Handwerk des Flechtens setzen sich Nicole Kudla und Hildegard Neumaier auseinander. In ihrer gemeinsamen Ausstellung im mük zeigen sie, wie aus Weidenruten, Papier und anderen Materialien zeitlos schöne Objekte entstehen, die ihre jeweils ganz eigene Botschaft in die Welt tragen. Die Ausstellung in der Galerie im ersten Stock ist von 7. Jänner bis 28. Februar von Mittwoch bis Samstag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
Papier – zerschnitten, gefaltet, gewickelt, verflochten
In der Flechtwerkstatt von Nicole Kudla experimentiert die Künstlerin mit verschiedenen Materialien und Techniken. Aktuell steht Papier im Vordergrund. Sie zeigt im mük unterschiedliche Objekte, die sowohl funktionell als auch dekorativ sind. So erzählt etwa das Ausstellungsstück „Prothese“ von der Transformation von wertlos gewordenem Zeitungspapier zu einem dauerhaften Objekt. „Zeitungspapier ist alltägliches, vergängliches Material. Im Geflecht verarbeitet ist das neue Objekt körperlich, benutzbar, aber nicht mehr lesbar. Der Akt des Flechtens macht aus dem vergänglichen Medium ein dauerhaftes Objekt. Wie eine Prothese ersetzt dieses etwas Verlorenes, Vergängliches“, so erklärt Nicole Kudla ihre Arbeit.
Weidenholz – biegsam, stark und lebendig
Der traditionellen Flechttechnik mit Weidenruten hat sich Hildegard Neumaier verschrieben. Unter dem Leitspruch „Hildegard – wie fia di gmocht“ erzählt sie mit ihren Werken vom Wert regionalen Handwerks und von der Idee, dieses mit schlichten Formen und feinen Details in die Gegenwart zu holen. Die Körbe und Taschen, die im mük ausgestellt werden, sind wertvolle Unikate, schön und langlebig. „In meinen Arbeiten wird die Natürlichkeit der Weide spürbar – ob in funktionalen Stücken oder in dekorativen Objekten. Die Weide ist biegsam und lebendig und behält doch ihren ganz eigenen Charakter“, erklärt Hildegard Neumaier. Sie verbindet mit dem Naturmaterial Selbstbewusstsein und Lebensfreude.
Faszination von uraltem Handwerk
Beide Ausstellerinnen verstehen ihre Leidenschaft für das Flechten als eine sich ständig weiter entwickelnde Auseinandersetzung mit dem Ausgangsmaterial. Flechten ist für sie ein wunderbares, uraltes Handwerk, das berührt und bewegt. Es lädt ein zum Befühlen und Bestaunen und hinterlässt ein Gefühl von tiefer innerer Erfüllung.
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Zu den Ausstellerinnen:
Nicole Kudla aus Neufelden ist ausgebildete Pädagogin. Seit 2010 setzt sie sich intensiv in zahlreichen Aus- und Weiterbildungen mit dem Flechthandwerk auseinander. Seit 2022 studiert Kudla an der Kunstuniversität Linz / Abteilung Bildhauerei.
Hildegard Neumaier aus Waldhausen lebt und arbeitet auf einem Bauernhof. Neben dem Korbflechten widmet sie sich seit 2006 auch mit großer Leidenschaft dem Seifensieden. Unter dem Label „Natürlich Seife“ bietet die ausgebildete Seifensiederin ihre Erzeugnisse auch im mük an.
Fotocredit: Hans Hofer
